
So sah die Rikscha aus, als ich sie zum ersten Mal gesehen habe. Man sieht den Motor, der damals noch eingebaut war. Man sieht auch das 2,55m lange Dach, was alleine schon über 80kg auf die Waage brachte.






Ich erinnere mich noch gut, wie ich ca. eine Woche damit verbracht habe, die Aufkleber vom Sitz zu entfernen und ihn anschließend neu zu lackieren. Das fand ich damals schon ziemlich viel Arbeit.
Es hat anderthalb Jahre gedauert, bis ich die Ausnahmegenehmigung vom Ordnungsamt Köln bekommen habe. Die ganze Zeit fiel Garagenmiete etc. an.





Hätte ich von Anfang an gewusst, was ich in dieser Zeit gelernt habe, hätte ich es deutlich beschleunigen und günstiger realisieren können.
Da ich auch schon von mehreren Fahrgästen gefragt wurde, was denn alles dazugehört, um ein Rikscha-Unternehmen zu gründen, möchte ich hier zumindest ein wenig Einblick geben.
Zunächst mal gibt es kommunale Gesetze, die von Stadt zu Stadt variieren. Köln ist in der Hinsicht schon überdurchschnittlich reguliert, es gibt aber auch Städte, wo es komplett verboten ist. Sich darüber zu informieren, sollte also am Anfang stehen, und mit Google ist es da nicht getan. Ich habe einen Urlaubstag in der Normenbibliothek der TU Köln-Deutz verbracht, um mir die Lastenrad-Norm DIN 79010 durchzulesen, man kann die auch kaufen, kostet halt dreistellig.
Natürlich gibt es auch Konkurrenz zwischen Rikscha-Fahrern, aber wer nur in Konkurrenzkategorien denken kann, kommt nicht weit. Die meisten Gruppen bestehen aus mehr als 2 Leuten, und die meisten Rikschas können eben nur 2 Leute transportieren.




Außerdem gehört es dazu, sich an wechselnde Anlässe anzupassen und auf Stimmungen und Bedürfnisse der Fahrgäste einzustellen. Darum fühlt sich die Tätigkeit nicht in dem Maße wie Arbeit an, es ist immer ein Hauch Abenteuer dabei.
